Profil des Kunsttherapeuten

Der Kunsttherapeut, die Kunsttherapeutin stützt sich auf ihre fundierte Ausbildung. Er/ Sie ist befähigt, einem anderen Menschen unterstützend, dienend und begegnend eine Möglichkeit der inneren Erweiterung durch künstlerisches Tun anzubieten.

Öffnung gegenüber Widerständen

Foto von David Ubico

Verlassen von rezeptorientierten Handlungsweisen

Die Voraussetzung dazu besteht in einer eigenen Verarbeitung und Oeffnung gegenüber von biographischen Widerständen, Schicksalsschlägen und Lebensrätseln. Die Erkenntnisse und Erfahrungen des Therapeuten ermöglichen ein einfühlendes Verständnis, eine erweiterte Wahrnehmung und eine eigene Denkfähigkeit im Entwickeln von situationsadäquaten künstlerischen Aufgaben-und Tätigkeitsfeldern. Er/Sie verlässt damit die rezeptorientierte Handlungsweise und geht mit Abstützung auf Supervision, das Risiko einer eigenen, intuitiven und kreativen, eben künstlerischen Arbeitsfindung ein. Er/Sie überprüft sich selbst während dem künstlerischen Vorgehen und reagiert situationsadäquat zum Vorteil des Klienten. Das Gelingen dieser künstlerischen Tätigkeit basiert auf Erfahrungssubstanz, Ehrlichkeit und Dienstbarkeit, respektive Selbstlosigkeit am Klienten.

Fachkompetenz und Qualität

Foto von David Ubico

Verantwortung für Wirkungsweise

Die Wirkweise des künstlerischen Tun steht voll und ganz in der Verantwortung des Kunst-Therapeuten. Fehler oder eigennützige Absicht gegenüber dem Klienten schaden der Kunsttherapie und den anderen Kunsttherapeuten. Insofern kann mit keinem Kunsttherapeuten gleichzeitig die Qualität und das Gelingen dieses Kunsttherapeutischen Prozesses garantiert werden, es sei denn, er lasse sich von einem Fachverband und deren kompetenten Vertretern überprüfen und beurteilen.

Ein Fachverband hat für diese Qualität der Kompetenz seiner Prüfungsexperten zu garantieren. Der/ die Kunsttherapeutin sollte sich deshalb einer solchen Ueberprüfung stellen. Ein Anerkennungstitel ist insofern keine Prestige-Angelegenheit, sondern eine mögliche Sicherheit für den Klienten und ein Schutz für die anderen tätigen Kunsttherapeuten.

Das Arbeitsfeld; die Klinik, das eigene Atelier bildet keine Garantie für eine Eignung oder Fachkompetenz des Kunsttherapeuten. Einzig seine persönliche Struktur und menschliche Kompetenz prägen das Wirken und Gelingen des Kunsttherapeuten und der Kunsttherapie ganz allgemein. Dass damit auch die Fähigkeit zur Kooperation, zur Zusammenarbeit und offenen Begegnung (zur Salutogenese) möglich wird, ist offensichtlich und langjährige Erfahrungsqualität. Störungen in Arbeitsteams sind sehr oft Dynamiken von unqualifizierten Persönlichkeiten und am Machtgerangel zu erkennen.